Wie ich den Charakter eines Menschen erkenne

“Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du nicht bei der ersten, sondern bei der letzten Begegnung.” Diesen Satz las ich heute in meinem Alltags-Inspirationspool – facebook.
Was ist Charakter?
Der oder die hat Charakter, das heißt so viel wie, das ist eine starke Persönlichkeit, die hat klare Werte, der steht für das gerade, was er sagt und handelt entsprechend.
Jemand der über Charakter verfügt, zeigt mutig seine Ecken und Kanten und schwimmt auch mal gegen den Strom! Jemand mit Charakter hat sich der Wahrheit verpflichtet oder zumindest der Nähe zur Wahrheit.
Das ist es, was mir spontan einfällt. Die Prägung eines Menschen, die Mischung seiner Gene und Erfahrungen, die Art und Weise wie er mit sich und anderen umgeht und sich Ziele setzt und erreicht, das, was vom Anfang bis zum Ende seines Lebens zu einer Geschichte wird. Zu seiner Geschichte.

Wenn ich darauf warten soll, den wahren Charakter eines Menschen erst bei der letzten Begegnung erkennen zu können, dann brauche ich wohl jede Menge brennende Geduld. Das ist unmöglich! Also muss ich wählen, wer es mir wert ist, erkannt zu werden und von wem ich erkannt werden möchte.
So manchen Charakterkopf möchte ich lieber heute als morgen rollen sehen, einfach aus lauter Neugier, was sich wirklich hinter der Maske verbirgt. Etwa tatsächlich ein Charakter? Ein wahrer Charakter?
Wahres braucht Zeit.

Mit meiner persönlichen Menschenkenntnis ist es nicht weit her! Sie lässt sich immer wieder von Naivität, Idealismus und dem Glauben an das vermeintlich Gute im Menschen einlullen. Ist Charakter etwas Gutes? Kann er auch böse sein? Oder ist Charakter eben einfach Charakter und jenseits von gut und böse?
Das Erkennen des ein oder anderen “bösen” Charakters bzw. meine Kategorisierung hat bei mir misanthropische Kratzer hinterlassen.
Klein aber fein ziehen sie sich über mein zartes Charaktergewand. So what.
Die Ausprägung meiner Menschen(ab)scheu ist leichter Natur und so hätte ich gerne ein paar Tipps zur Hand, wie ich den Charakter meines Gegenübers etwas eher einzuschätzen lerne als erst bei der letzten Begegnung. Immerhin ist es Lebenszeit, gefüllt mit Interesse, Emotion und Engagement die ich ins Erspüren und Erkennen investiere. Da darf dann schon gerne ein Charakter dabei raus kommen, wenn’s geht! ;-)

“Sei einfach ein bisschen vorsichtiger, misstrauischer, Christine. Und vor allem weniger naiv,” sagte mir mein bester Freund.
“Ja, okay, aber das entspricht irgendwie nicht meinem Charakter,” war meine Antwort “und wenn ich wahrhaftig sein möchte, so gehört es für mich dazu, mich zu zeigen.”

Wem zeige ich was wann und wie viel? Ich muss nicht alle Karten sofort auf den Tisch legen. Aus dem Samen, den ich in die Erde lege, erwächst langsam ein Pflänzchen, eine Pflanze, ein Baum, der Früchte trägt. Obwohl der Charakter bereits im Samen liegt, erkenne ich ihn erst viel später.

Nicht jede Begegnung hat das Potenzial der Wahrhaftigkeit geschweige denn den Wert, sich gegenseitig beim Wachsen, Reifen und Entfalten zuzusehen und somit die Chance zu bekommen, den wahren Charakter des jeweils anderen zu erkennen.

Wir treffen die Wahl, welchem Charakter wir die Chance geben, sich uns zu zeigen.
Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt.
Aber wie spüre ich, dass ich eine richtige Wahl treffe? Damit meine ich eine Begegnung, die heil ist, gesund, klar und ehrlich?

Ich weiß es nicht. Und so entscheide ich mich dafür, mir Zeit zu nehmen. Viel Zeit, zu beobachten. Still zu schauen, zuzuhören und nachzufragen. Mit der Wahrhaftigkeit, die mir entspricht. Mit meinem Charakter, der in mir ist und sich dem Gegenüber Stück für Stück entfaltet, wenn ich es wünsche und wenn es passt.
Wie ich den Charakter eines Menschen erkenne? Vielleicht aus der beobachtenden Distanz, die sich in kleinen Schritten und ganz vorsichtig in Nähe wandelt, transformiert. Und mit dem Vertrauen, mich auf mich selbst und meine Intuition verlassen zu können.
Die Zeichen sind manchmal sehr subtil und die innere Stimme sehr leise! Innehalten ist eine Möglichkeit, zu erkennen.
Und alles andere ist sowieso reiner Zufall ;-)

Interessante Beiträge:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>