Archive for Juni, 2010

Juni 17th, 2010

Zickiger Achilles

by Christine

Sie ist die stärkste Sehne von allen und kann es dennoch nicht lassen, immer wieder Ärger zu machen, nach Aufmerksamkeit zu schreien und Alarm zu schlagen: Die Oberzicke Achillessehne!
Ich neige dazu, die Ursachen für auftretende Schmerzen – lustig, denn Auftreten ging ja gar nicht mehr – immer zuerst in meinem Fehlverhalten zu suchen. Tja. Nicht nur Achilles-Schätzchen ist ein Sensibelchen. Ich bin es auch.
Bin ich zu viel gelaufen?
Hatte ich die falschen Schuhe an?
Waren die Berge zu steil?
Unterkühlung? Wohl kaum bei den Temperaturen der letzten Tage!

Für mindestens sieben Tage war mir das Laufen so richtig verleidet. Es tat einfach weh!
Besonders morgens, gleich nach dem Aufstehen fühlte ich mich wie eine richtig alte Frau. Schmerzen bei jedem Schritt und das Gefühl, dass Muskeln und Sehnen über Nacht geschrumpft sein müssen
Kurz und gut, ich ging das schmerzhafte Problem selbstgesteuert an. Und seit gestern haben Schmerz und Druckempfindlichkeit spürbar nachgelassen!

Die Therapie:

- Massage mit einem entzündungshemmenden und schmerzstillenden Gel
- Treppenübungen
- 5 Tage Laufpause und ein bisschen Reiki ;-)
-  2 Tage mit High Heels durchs Büro geschritten!

Am Samstag steht ein kleiner ruppiger 5 Km-Wettkampf an! Ich bin gespannt und meine Sehne hoffentlich voll auf Entspannung gepolt.

Tags: Liebe
Juni 8th, 2010

Back to the roots

by Christine

Ja, es gibt die Momente des “Flow”.  Auch wenn Herr Dr. Marquardt vehement behauptet, dass es ihn, diesen runners high nicht gäbe. Laufen aber sicherlich auch jede andere Tätigkeit, die um ihrer selbst willen ausgeübt wird, führt zu einem Wohlgefühl, das weder Zeit noch Raum für sich zu beanspruchen scheint und den Ausübenden in einer individuellen Art und Weise Glück empfinden lässt.

Vor knapp drei Wochen traf ich die Entscheidung, meine vier wöchentlichen Trainingseinheiten um drei weitere Läufe aufzustocken. Ich wollte erfahren, was das Täglichlaufen mit mir anstellt bzw. ich mit ihm. Dabei ließ ich mich von einigen Blogs inspirieren, von Läufern, die dem Wettkampfgeschehen keine Bedeutung beimessen und von sich selbst und der Welt befreit einfach laufen. Täglichläufer  seit vielen Jahren und Jahrzehnten.

 Und schließlich führte mein Selbstversuch dazu, dass auch andere sich auf den Weg machten. Det z.B. berichtet in offener und unterhaltsamer Weise von seinen ersten Erfahrungen des Täglichlaufens auf seinem Lohas Blog.

Zwei Bücher nahm ich mir als Begleiter meines “Unterfangens” dazu: Die Seele läuft mit von Frater Michael Bauer und Zen in der Kunst des Bogenschiessens von Eugen Herrigel.
Wenn Zen beim Bogenschiessen eine Rolle spielen kann, dann ist es auch auf das Laufen übertragbar. Soweit jedenfalls meine Annahme.

Meine Meditationserfahrungen sind nicht besonders umfangreich und so war ich sehr gespannt, ob “ES”, dieser Zustand vorbehaltlosen und zielfreien Seins, dieses “Nichts”, sich bei meinen täglichen Läufen intensiver einstellen würde als bisher.

Die Antwort ist kurz und eindeutig: Nein.

 Die Häufigkeit der Läufe hat zumindest bei mir keine stärkere Auswirkung auf mein Wohlbefinden und meine mentale Ausgeglichenheit als bisher auch. Laufen ist “meins”, tut mir gut, macht mich fröhlich und eine Spur gelassener.
Ich halte auch nach wie vor an meiner Behauptung fest, dass das Laufen dazu angetan ist, der Liebe Nachhaltigkeit zu verleihen, weil das Laufen als Tätigkeit und die Liebe als Fähigkeit sich sehr ähneln. Aber dazu bedarf es, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt meiner Selbsterfahrung, nicht des täglichen Laufens als vielmehr einer Regelmäßigkeit gepaart mit Abwechslung und Impulsen. Klar, man kann auch das tägliche Laufen abwechslungsreich gestalten.

Bedenkenswert erlebte ich, dass sich nach einigen Tagen des Täglichlaufens ein Zwang ergab, es unbedingt noch tun zu müssen, weil sich sonst Unzufriedenheit  einstellen könnte. Diese Art des Drucks unterschied sich von dem, den mir meine herkömmlichen Pläne machen in der Form, dass ich ihn  penetranter und unangenehmer empfand.

Mein Fazit: Für jemanden wie mich, der von Natur aus gerne auch mal einen Wettkampf bestreitet, führt das Täglichlaufen zu einer körperlichen Überforderung, denn ich will immer mehr Kilometer und diese auch in kontinurlich schnelleren Zeiten absolvieren.

Ich “arbeite” gerne meine Do-do-Listen ab. Jeder Haken macht mich froh! Auch beim Laufen. Insofern fehlt mir die Gelassenheit, einfach so zu laufen. Dennoch genieße ich auch die stillen, meditativen Momente. Aber: Ich brauche ein Ziel, einen Halbmarathon oder Marathon, für den ich trainieren kann und manchmal auch muss.

Jeden Tag ein paar Kilometer für eine Spanne Zeit in langsamem Tempo zu laufen ist m.E. eine tolle Sache für den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Laufen oder überhaupt in einen Ausdauersport.  Und, ja, vielleicht geht es dann auch weiter und der ein oder andere bleibt dabei. Doch für diejeniegen, die “im Training” sind glaube ich nicht, dass tägliches Laufen für längere Zeitspannen wirklich gut ist. Es sei denn, man gönnt sich von Zeit zu Zeit eine richtig schöne Pause!

In diesem Sinne: leben, lieben, laufen!

Tags: Laufen Liebe